Barbarossa-Stadt Gelnhausen

Gelnhausen - Mittelpunkt der Europäischen Union
Der geografische Mittelpunkt der Europäischen Union befindet sich seit dem 1. Januar 2007 in Gelnhausen. Genauer im Stadtteil Meerholz.

Die Geschichte der Stadt Gelnhausen
Die Stadt Gelnhausen wurde im Jahr 1170 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Rahmen seiner Reichslandpolitik in der Wetterau als Reichsstadt gegründet. Drei wesentlich ältere, dörfliche Siedlungen wurden zu der neuen Stadt zusammengefasst und planmäßig ausgebaut. Von Anfang an sollte die Stadt den imperialen Anspruch des Herrschers widerspiegeln. So findet schon im Jahr 1180 ein bedeutender Reichstag in Gelnhausen statt, auf dem Friedrich I. einen Prozess gegen seinen Vetter Heinrich den Löwen führt und einen Teil von Heinrichs Gütern neu verteilt. In diesem Zusammenhang werden verfassungsgeschichtliche Grundlagen für die spätere Kleinstaaterei im Reich geschaffen.

Erst durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 verliert Gelnhausen seine Reichsunmittelbarkeit und ist so keine Reichsstadt mehr. Die Stadt wird zunächst dem neuen Großherzogtum Frankfurt zugeschlagen, schließlich aber im Jahr 1815 dem Kurfürstentum Hessen-Kassel angeschlossen.

Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich die aufkommende Gummi-Industrie in Gelnhausen niederließ und wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung folgte, konnten die letzten Baulücken aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges geschlossen werden. 

Als Handelsstadt hatte Gelnhausen schon in mittelalterlicher Zeit eine große jüdische Gemeinde. Sie ist seit 1241 nachgewiesen und erste kultische Gebäude dürften auch in dieser Zeit schon existiert haben. Der heutige Synagogenbau stammt aus dem Jahr 1601 und wurde nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg in der zweiten Hlfte des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut.
 
Der Anschluss an die Eisenbahnstrecke Frankfurt - Bebra tat sein übriges, Gelnhausen wurde endlich wieder die blühende Stadt, die sie auch heute rund einhundert Jahre später noch ist. Durch die Autobahn A66, die einen direkten Anschluss an die Stadt Frankfurt am Main und das Rhein-Main-Gebiet schafft, hat Gelnhausen heute wieder die verkehrsgünstige Situation erreicht, die die Stadt auch schon in mittelalterlicher Zeit geprägt hat.

Heute ist Gelnhausen ein kultureller und wirtschaftliche Mittelpunkt des Kinzigtales und so ein vielfältiges Zentrum von Industrie, Bildung und Kultur. Als Einkaufsstadt für das ganze Kinzigtal, den südlichen Vogelsberg und den Nordspessartbereich bieten Fachgeschäfte, Boutiquen, Galerien, aber auch große Kaufhäuser ein breitgefächertes und mehr als zufriedenstellendes Angebot.

Restaurants, Cafés und Bistros sorgen für das leibliche Wohl und Veranstaltungen aller Art, Museen, Ausstellungen und Kinos bieten kurzweilige Unterhaltung.

Viele Wege führen nach Gelnhausen
An das europäische Fernstraßennetz ist Gelnhausen mit zwei Auffahrten an die Autobahn (A 66) angebunden, die von Frankfurt am Main eine Verbindung nach Fulda und von dort weiter nach Erfurt und Leipzig herstellt. Nur wenige Kilometer südlich von Gelnhausen kreuzt die Autobahn 45 auf ihrem Weg von Kassel nach Nürnberg und München diese Autobahn. Die Frankfurter Stadtgrenze ist beispielsweise mit dem Auto in etwa 20 Minuten, die Städte Nürnberg und Kassel sind in weniger als zwei Stunden bequem erreichbar.

Seit mehr als 150 Jahren verläuft die Bahnlinie im Kinzigtal fast parallel zu der alten Handelsstraße. In Gelnhausen mündet zusätzlich eine Bahnlinie aus Gießen auf diesen Schienenstrang. Der Bahnhof hat sich in Folge dieser zentralen Lage zu einer Verkehrsdrehscheibe entwickelt. Hier treffen nicht nur zwei Bahnlinien aufeinander, auf dem Vorplatz enden viele lokale Buslinien aus Vogelsberg und Spessart und ermöglichen einen reibungslosen Übergang zwischen den Verkehrsträgern. Im Stundentakt besteht mit Regionalexpress-Zügen vom Bahnhof Gelnhausen aus Anschluss an das ICENetz über Fulda im Norden oder Frankfurt am Main. Stadtexpresszüge und Regionalbahnen runden das Angebot ab.